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Zerotoinvest

Glossar

Jeder Fachbegriff in einem Satz, darunter die längere Erklärung. Zum Nachschlagen, wenn irgendwo ein Wort fällt, das niemand erklärt hat.

A

Abgeltungsteuer

Die deutsche Steuer auf Kapitalerträge, 25 Prozent plus Solidaritätszuschlag.

Mit dem Abzug ist die Steuerschuld abgegolten, daher der Name. Bei inländischen Depots führt die Bank sie automatisch ab.

Aktie

Ein Anteil an einer Firma. Wer eine Aktie hält, besitzt einen kleinen Teil des Unternehmens.

Aktionäre haben Anspruch auf einen Gewinnanteil und ein Stimmrecht. Im Insolvenzfall stehen sie hinter allen Gläubigern.

Aktienquote

Der Anteil deines Vermögens, der in Aktien steckt.

Sie ergibt sich sinnvollerweise aus der Summe deiner Ziele mit langem Zeithorizont, nicht aus einer allgemeinen Empfehlung.

Altcoin

Sammelbegriff für alle Kryptowährungen außer Bitcoin.

Anlagehorizont

Der Zeitraum, bis du das angelegte Geld brauchst.

Er bestimmt die Anlageform, nicht umgekehrt. Unter drei Jahren gehört Geld nicht in schwankende Werte.

Anlageklasse

Eine Gruppe von Vermögenswerten mit ähnlichen Eigenschaften, etwa Aktien, Anleihen, Immobilien oder Rohstoffe.

Anleihe

Ein Kredit, den du einem Staat oder Unternehmen gibst, gegen Zinsen und Rückzahlung am Laufzeitende.

Steigen die allgemeinen Zinsen, fällt der Kurs bestehender Anleihen, weil neue mehr bieten.

Arbitrage

Das Ausnutzen von Preisunterschieden für dasselbe Gut an verschiedenen Orten.

Echte Arbitragemöglichkeiten verschwinden in Sekunden, weil Programme sie sofort ausnutzen.

Ausgabeaufschlag

Eine einmalige Gebühr beim Kauf von Fondsanteilen, oft bis zu fünf Prozent.

Bei ETFs fällt er nicht an. Er muss zuerst wieder verdient werden, bevor überhaupt Rendite entsteht.

Ausschüttend

Ein Fonds, der seine Erträge regelmäßig auszahlt, statt sie wieder anzulegen.

Ausschüttungsgleiche Erträge

In Österreich die Erträge thesaurierender Fonds, die jährlich zu versteuern sind, obwohl kein Geld fließt.

B

Backtesting

Das Testen einer Strategie an historischen Daten.

Fast jeder Backtest fällt zu optimistisch aus, weil Kosten unterschätzt und Regeln nachträglich angepasst werden.

Basisinformationsblatt

Ein kurzes Pflichtdokument mit den wichtigsten Angaben zu einem Anlageprodukt.

Es enthält Risikoeinstufung, Kosten und Szenarien und ist vor jedem Kauf verfügbar.

Basispreis

Der Preis, zu dem eine Option das Recht auf Kauf oder Verkauf einräumt.

Basiszins

In Deutschland der jährlich festgelegte Zinssatz zur Berechnung der Vorabpauschale.

Er wird jedes Jahr vom Bundesfinanzministerium bekannt gegeben.

Bestätigungsfehler

Die Neigung, nur Informationen wahrzunehmen, die die eigene Meinung stützen.

Er wirkt bei der Auswahl der Quellen, der Gewichtung der Belege und der Erinnerung gleichzeitig.

Bestätigungsvermerk

Das Urteil des Abschlussprüfers über den Jahresabschluss eines Unternehmens.

Er nennt auch die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte, also die Bereiche mit dem größten Fehlerrisiko.

Bilanz

Eine Aufstellung, was ein Unternehmen besitzt und wie es finanziert ist.

Vermögen gleich Schulden plus Eigenkapital. Beide Seiten sind immer gleich groß.

Bitcoin

Die erste und größte Kryptowährung, 2009 gestartet.

Blase

Eine Phase, in der Preise sich weit von jeder vernünftigen Grundlage entfernt haben.

Blasen beginnen fast immer mit etwas Echtem und platzen meist mechanisch durch Zwangsverkäufe kreditfinanzierter Positionen.

Blockchain

Ein gemeinsam geführtes Kassenbuch, in dem nichts nachträglich unbemerkt geändert werden kann.

Jeder Block enthält den Fingerabdruck des vorherigen. Sie garantiert Konsistenz, aber keine Wahrheit.

Blue Chip

Ein großes, etabliertes Unternehmen mit hoher Marktkapitalisierung.

Bollinger Bänder

Zwei Linien um einen gleitenden Durchschnitt, deren Abstand sich aus der Schwankungsbreite ergibt.

Broker

Ein Anbieter, über den du Wertpapiere kaufst und verkaufst.

Bullenmarkt

Eine längere Phase steigender Kurse.

Bärenmarkt

Eine längere Phase fallender Kurse, üblicherweise ab zwanzig Prozent Rückgang vom letzten Hoch.

C

Cashflow

Der tatsächliche Geldfluss eines Unternehmens, im Gegensatz zum ausgewiesenen Gewinn.

Ein Ergebnis dauerhaft über dem operativen Cashflow ist ein etabliertes Warnzeichen.

CFD

Ein Vertrag auf die Kursdifferenz eines Werts, meist gehebelt und ohne Besitz des Werts.

Anbieter müssen angeben, welcher Anteil ihrer Privatkunden verliert. Diese Quoten liegen regelmäßig bei 70 bis 90 Prozent.

Chancen-Risiko-Verhältnis

Der mögliche Gewinn im Verhältnis zum möglichen Verlust eines Trades.

Die nötige Trefferquote für ein Nullergebnis ist eins geteilt durch eins plus das Verhältnis.

Chartmuster

Wiederkehrende Formen im Kursverlauf wie Kopf-Schulter oder Dreiecke.

Sie lassen sich kaum eindeutig definieren. In zufälligen Kursreihen erkennen Betrachter dieselben Muster wie in echten.

Cold Wallet

Eine Wallet ohne Netzverbindung, etwa auf einem separaten Gerät oder auf Papier.

Contango

Wenn spätere Terminkontrakte teurer notieren als frühere.

Bei lagerfähigen Rohstoffen der Normalzustand. Jede Erneuerung der Position kostet dann Geld.

Copy Trading

Das automatische Übernehmen der Positionen anderer Nutzer.

Ranglisten sind durch Auswahl verzerrt, und gleichzeitige Ausführung verschlechtert deinen Preis.

D

DeFi

Finanzdienste über Programme auf einer Blockchain, ohne Bank dazwischen.

Bei jedem Ertragsversprechen gilt die Frage, wer den Ertrag tatsächlich erwirtschaftet.

Deflation

Ein allgemein sinkendes Preisniveau, also das Gegenteil von Inflation.

Delta

Bei Optionen die Reaktion des Preises auf eine Bewegung des Basiswerts.

Depot

Das Konto, in dem deine Wertpapiere verwahrt werden.

Wertpapiere sind Sondervermögen und gehören dir auch dann, wenn der Broker insolvent wird.

Derivat

Ein Finanzprodukt, dessen Wert sich von einem anderen Wert ableitet.

Dezentrale Börse

Ein Handelsplatz für Kryptowerte, der über Programme statt über ein Unternehmen läuft.

Dispositionseffekt

Die Neigung, Verlustpositionen zu halten und Gewinnpositionen zu früh zu verkaufen.

Diversifikation

Die Verteilung auf viele verschiedene Anlagen, damit ein einzelner Ausfall nicht entscheidend ist.

Sie wirkt nur, wenn die Bestandteile sich nicht gleich verhalten. Zehn Technologieaktien sind kaum Streuung.

Dividende

Der Teil des Gewinns, den ein Unternehmen an seine Aktionäre auszahlt.

Dividendenrendite

Die Dividende im Verhältnis zum Aktienkurs, in Prozent.

Doppelbesteuerungsabkommen

Ein Vertrag zwischen zwei Staaten, der regelt, wer Erträge besteuern darf.

Er begrenzt, wie viel ausländische Quellensteuer auf die inländische Steuer angerechnet wird.

Drawdown

Der Rückgang vom höchsten bisher erreichten Stand bis zum tiefsten Punkt danach.

Der maximale Drawdown ist für Privatanleger das aussagekräftigste Risikomaß, weil er beschreibt, was man aushalten musste.

Duration

Ein Maß dafür, wie stark der Kurs einer Anleihe auf Zinsänderungen reagiert.

Eine modifizierte Duration von sieben bedeutet grob sieben Prozent Kursverlust je Prozentpunkt Renditeanstieg.

E

EBIT

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern, also der operative Gewinn.

EBITDA

Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen.

Eigenkapitalquote

Der Anteil des Eigenkapitals am Gesamtvermögen eines Unternehmens.

Eine hohe Quote bedeutet, dass die Firma schlechte Zeiten ohne Abhängigkeit von Kreditgebern übersteht.

Einlagensicherung

Der gesetzliche Schutz von Bankguthaben, in der EU bis 100.000 Euro je Kunde und Institut.

Sie gilt für Guthaben, nicht für Wertpapiere. Mehrere Marken können zum selben Institut gehören.

Emittent

Wer ein Wertpapier ausgibt, also etwa das Unternehmen oder die Bank dahinter.

Erwartungswert

Was ein Trade im Durchschnitt bringt, wenn man ihn sehr oft wiederholt.

Trefferquote mal Durchschnittsgewinn minus Fehlerquote mal Durchschnittsverlust, jeweils nach Kosten.

ETF

Ein börsengehandelter Fonds, der einen ganzen Markt abbildet, statt Titel auszuwählen.

Er nimmt dir das Risiko einzelner Firmen ab, nicht das Risiko des Gesamtmarkts.

F

Faktorprämie

Eine systematische Mehrrendite bestimmter Aktiengruppen, etwa nach Größe oder Bewertung.

Festgeld

Eine Geldanlage mit festem Zins und fester Laufzeit, ohne vorzeitigen Zugriff.

FIFO

First in, first out. Beim Verkauf gelten die zuerst gekauften Stücke als zuerst verkauft.

Die Methode bestimmt, welcher Einstandspreis für die Steuer herangezogen wird.

FOMO

Die Angst, etwas zu verpassen. Der häufigste Grund, zum schlechtesten Zeitpunkt zu kaufen.

Bis eine Bewegung Aufmerksamkeit erzeugt, ist sie meist schon gelaufen.

Fonds

Ein gemeinsamer Topf, in den viele Anleger einzahlen und der in Wertpapiere investiert.

Aktiv gemanagte Fonds versuchen den Markt zu schlagen und verlangen dafür deutlich höhere Gebühren als ETFs.

Freistellungsauftrag

Die Anweisung an deine Bank, den Sparerpauschbetrag zu berücksichtigen.

Ohne ihn wird trotz Freibetrag zunächst Steuer abgeführt, die du dir erst über die Steuererklärung zurückholst.

FUD

Furcht, Unsicherheit, Zweifel. Meist als Vorwurf gegen Kritiker verwendet.

Der Begriff dient häufig dazu, berechtigte Einwände als böswillig abzutun.

Fundamentalanalyse

Die Bewertung eines Unternehmens anhand seiner Geschäftszahlen.

Future

Ein standardisierter Vertrag über Kauf oder Verkauf zu einem späteren Zeitpunkt.

Anders als bei Optionen sind beide Seiten verpflichtet. Gewinne und Verluste werden täglich verrechnet.

G

Gamma

Bei Optionen die Änderungsrate des Delta.

Gas Fees

Die Gebühren für Transaktionen in einer Blockchain.

Gebühren

Alle Kosten, die deine Rendite mindern, sichtbare wie unsichtbare.

Laufende Kosten wirken auf das gesamte wachsende Vermögen und damit über lange Zeiträume am stärksten.

Geldmarktfonds

Ein Fonds, der in sehr kurzfristige, sichere Anlagen investiert.

Geometrisches Mittel

Die tatsächlich erzielte jährliche Wachstumsrate über einen Zeitraum.

Es liegt bei schwankenden Reihen immer unter dem einfachen Durchschnitt. Nur diese Zahl beschreibt dein Ergebnis.

Geschäfts- oder Firmenwert

Der Betrag, den ein Käufer über den Substanzwert eines übernommenen Unternehmens hinaus bezahlt hat.

Er steht in der Bilanz und muss regelmäßig auf Werthaltigkeit geprüft werden, was Ermessensspielraum eröffnet.

Geschäftsbericht

Der jährliche Rechenschaftsbericht eines Unternehmens.

Relevant sind Lagebericht, Risikobericht, Kapitalflussrechnung, Anhang und Bestätigungsvermerk, nicht die Bildstrecken vorne.

Gewerbsmäßiger Wertschriftenhandel

In der Schweiz die Einstufung, bei der private Kursgewinne doch steuerpflichtig werden.

Kurze Haltedauern, hohes Transaktionsvolumen, Derivate und Kreditfinanzierung sprechen dafür.

Gleitender Durchschnitt

Der Mittelwert der Kurse der letzten Perioden, laufend fortgeschrieben.

Er glättet den Verlauf und reagiert dafür verzögert, grob um die halbe Periodenlänge.

Grid-Bot

Ein Programm, das automatisch eine Leiter aus Kauf- und Verkaufsaufträgen über eine Preisspanne legt.

Funktioniert nur in Seitwärtsmärkten. Bricht der Kurs stark aus der Spanne aus, versagt die Strategie.

H

Halving

Bei Bitcoin die planmäßige Halbierung der Belohnung für neue Blöcke.

Handelsplan

Deine schriftlich festgehaltenen Regeln für Anlage und Handel.

Sein Wert liegt darin, dass die Entscheidung in Ruhe getroffen wurde und nicht im Moment der Belastung.

Hardware-Wallet

Ein separates Gerät, das den privaten Schlüssel niemals verlässt.

Hebel

Handel mit geliehenem Geld. Gewinne und Verluste vervielfachen sich im gleichen Maß.

Hundert geteilt durch den Hebel ergibt die Kursbewegung, die den gesamten Einsatz vernichtet.

Hedging

Die Absicherung einer Position gegen ungünstige Preisbewegungen.

Absicherung ist eine Versicherung mit Prämie und senkt dauerhaft die erwartete Rendite.

HODL

Szenebegriff für langfristiges Halten, entstanden aus einem Tippfehler.

Hot Wallet

Eine Wallet mit Netzverbindung, bequem und dadurch angreifbarer.

I

Impermanent Loss

Der Wertverlust gegenüber einfachem Halten, wenn man Liquidität in einem Pool bereitstellt.

Der Name ist irreführend. Dauerhaft ist der Verlust, sobald die Kurse nicht zum Ausgangsverhältnis zurückkehren.

Implizite Volatilität

Die Schwankungserwartung, die im Preis einer Option steckt.

Sie ist die eigentliche Handelsgröße am Optionsmarkt. Fällt sie, kann eine Option trotz richtiger Richtung verlieren.

Index

Eine Kennzahl, die die Entwicklung eines Marktes oder Marktausschnitts abbildet.

Inflation

Der laufende Kaufkraftverlust des Geldes.

Siebzig geteilt durch die Inflationsrate ergibt grob die Jahre bis zur Halbierung der Kaufkraft.

Innerer Wert

Bei Optionen der sofort realisierbare Betrag, unabhängig von der Restlaufzeit.

ISIN

Die internationale zwölfstellige Kennnummer eines Wertpapiers.

Sie ist eindeutig und der zuverlässigste Weg, ein bestimmtes Papier zu identifizieren.

K

Kapitalerhöhung

Die Ausgabe neuer Aktien durch ein Unternehmen, um Geld einzusammeln.

Bestehende Anteile werden dadurch verwässert, sofern man nicht mitzieht.

Kapitalflussrechnung

Die Aufstellung der tatsächlichen Geldflüsse eines Unternehmens.

Sie bietet weniger Gestaltungsspielraum als die Gewinnrechnung und ist deshalb aufschlussreicher.

KBV

Kurs-Buchwert-Verhältnis. Der Kurs geteilt durch das bilanzielle Eigenkapital je Aktie.

Aussagekräftig bei substanzstarken Firmen, wenig aussagekräftig bei Software- oder Markenunternehmen.

KESt

Die österreichische Kapitalertragsteuer, 27,5 Prozent auf Wertpapiererträge.

Es gibt keinen Freibetrag und keine Spekulationsfrist.

KGV

Kurs-Gewinn-Verhältnis. Der Kurs geteilt durch den Gewinn je Aktie.

Ein hohes KGV drückt Wachstumserwartungen aus. Es bewertet nicht, es fasst Erwartungen zusammen.

Knock-out

Ein Hebelprodukt, das wertlos verfällt, sobald eine bestimmte Kursschwelle berührt wird.

Konjunktur

Die gesamtwirtschaftliche Entwicklung im Auf und Ab.

Kontrahentenrisiko

Das Risiko, dass der Vertragspartner eines Geschäfts ausfällt.

Korrektur

Ein Kursrückgang, üblicherweise zwischen zehn und zwanzig Prozent.

Korrelation

Ein Maß dafür, wie gleichläufig sich zwei Anlagen bewegen.

Sie ist nicht stabil. In Krisen steigt sie, weshalb Streuung genau dann am schlechtesten wirkt.

Kryptowährung

Ein Eintrag in einem gemeinsam geführten Register ohne zentrale Stelle.

Anders als bei einer Aktie steht dahinter kein Unternehmen, das Gewinne erwirtschaftet.

L

Laufende Kosten

Die jährliche Kostenbelastung eines Fonds in Prozent des Vermögens.

Sie sagen nicht alles. Die tatsächliche Abweichung vom Index über mehrere Jahre ist aussagekräftiger.

Leerverkauf

Der Verkauf geliehener Wertpapiere in der Erwartung fallender Kurse.

Der Gewinn ist begrenzt, der Verlust theoretisch unbegrenzt.

Leitzins

Der von der Notenbank festgelegte Zins, an dem sich der gesamte Markt orientiert.

Steigende Zinsen belasten riskante Anlagen, weil sichere Alternativen attraktiver werden.

Limit-Order

Ein Auftrag mit Preisgrenze. Sie garantiert den Preis, aber nicht die Ausführung.

Liquidation

Die automatische Zwangsschließung einer gehebelten Position, wenn die Sicherheit nicht mehr reicht.

Sie läuft ohne Rückfrage und ohne Bedenkzeit, auch nachts.

Liquidity Pool

Ein Topf aus zwei hinterlegten Werten, über den andere tauschen können.

Wer Liquidität bereitstellt, verdient Gebühren und trägt dafür den Impermanent Loss.

Liquidität

Wie leicht sich etwas zu einem fairen Preis kaufen und verkaufen lässt.

Bei geringer Liquidität bewegt schon eine kleine Order den Preis erheblich.

M

MACD

Ein Indikator, der den Abstand zwischen einem kurzen und einem langen Durchschnitt zeigt.

Margin

Die Sicherheit, die du bei gehebelten Geschäften hinterlegen musst.

Market Maker

Ein Marktteilnehmer, der laufend Kauf- und Verkaufskurse stellt und am Spread verdient.

Er hat keine Meinung zur Richtung, sondern verdient am Umschlag.

Market-Order

Ein Auftrag zur sofortigen Ausführung. Sie garantiert die Ausführung, aber nicht den Preis.

Marktkapitalisierung

Der Börsenwert eines Unternehmens, also Kurs mal Anzahl der Aktien.

Markttiefe

Das verfügbare Volumen je Preisstufe im Orderbuch.

Sie ist eine Momentaufnahme. Orders können jederzeit zurückgezogen werden.

Meldefonds

In Österreich ein Fonds, der seine Steuerdaten an die Kontrollbank übermittelt.

Bei Nichtmeldefonds wird die steuerliche Behandlung deutlich aufwendiger.

Meme-Coin

Eine Kryptowährung ohne beabsichtigten Nutzen, deren Preis allein an Aufmerksamkeit hängt.

MiFID

Das europäische Regelwerk für Wertpapierdienstleistungen und Anlegerschutz.

Daraus stammen unter anderem die Angemessenheitsprüfung und die Pflicht zur bestmöglichen Ausführung.

Momentum

Die Beobachtung, dass zuletzt starke Werte sich über mittlere Zeiträume oft weiter überdurchschnittlich entwickeln.

Der empirisch am besten belegte technische Effekt, allerdings mit scharfen Einbrüchen in Wendephasen.

N

Nachschusspflicht

Die Verpflichtung, bei Verlusten weitere Sicherheiten nachzuzahlen.

Ob sie besteht, ist die wichtigste Eigenschaft eines gehebelten Produkts überhaupt.

NFT

Ein eindeutiger Eintrag in einer Blockchain, der auf etwas verweist.

Urheberrechte am zugrunde liegenden Werk gehen nicht automatisch mit über.

Notgroschen

Drei bis sechs Monatsausgaben auf einem jederzeit verfügbaren Konto.

Er ist keine Geldanlage, sondern die Voraussetzung dafür, dass eine Anlage durchhaltbar ist.

O

On-Chain-Analyse

Die Auswertung öffentlich sichtbarer Blockchain-Daten.

Ihre Grenze ist die Zuordnung: Eine Adresse ist keine Person, und eine Börsenadresse kann Millionen Kunden gehören.

Option

Das Recht, etwas zu einem festgelegten Preis zu kaufen oder zu verkaufen.

Der Käufer zahlt eine Prämie und hat begrenzte Verluste, der Verkäufer trägt die Verpflichtung.

Orderbuch

Die nach Preis und Zeit sortierte Liste aller wartenden Kauf- und Verkaufsaufträge.

Overfitting

Eine Regel so lange anzupassen, bis sie die Vergangenheit perfekt beschreibt und die Zukunft gar nicht.

Ein Ergebnis, das bei kleiner Parameteränderung zusammenbricht, beruht mit hoher Wahrscheinlichkeit auf Zufall.

Overtrading

Zu häufiges Handeln, das Gebühren erzeugt und Fehlerquellen vervielfacht.

P

Pairs Trading

Der Handel zweier eng verwandter Wertpapiere, sobald ihr üblicher Kursabstand ungewöhnlich groß wird.

Eine Form der statistischen Arbitrage. Die dokumentierte Profitabilität ist seit den frühen 2000er-Jahren deutlich zurückgegangen.

Papertrading

Handeln mit Spielgeld unter echten Kursen.

Gut für Abläufe und Regeln, wertlos für die Frage, ob du echte Verluste aushältst.

Portfolio

Die Gesamtheit deiner Anlagen.

Positionsgröße

Wie viele Stücke du kaufst, abgeleitet aus dem erlaubten Verlust und dem Abstand zum Stop.

Erst das Risiko festlegen, dann den Stop, daraus folgt die Stückzahl.

Primärmarkt

Der Markt, auf dem neue Wertpapiere erstmals ausgegeben werden.

Nur hier fließt dem Unternehmen tatsächlich Geld zu.

Private Key

Der geheime Schlüssel, mit dem über Kryptowerte verfügt wird.

Wer ihn hat, hat das Geld. Wer ihn verliert, verliert den Zugang endgültig.

Proof of Stake

Ein Verfahren, bei dem hinterlegtes Kapital statt Rechenaufwand die Sicherheit des Netzwerks trägt.

Proof of Work

Ein Verfahren, bei dem das Anhängen eines Blocks Rechenaufwand erfordert.

Pump and Dump

Eine Gruppe treibt den Kurs eines kleinen Werts hoch und verkauft an die angelockten Käufer.

Q

Quellensteuer

Eine Steuer, die im Herkunftsland der Erträge direkt einbehalten wird.

Ein Teil wird auf die inländische Steuer angerechnet, der Rest ist nur über einen Antrag im Ausland zu holen.

R

Realrendite

Die Rendite nach Abzug der Inflation.

Nur diese Zahl sagt, ob deine Kaufkraft tatsächlich gewachsen ist.

Rebalancing

Das Zurückstellen des Depots auf die ursprüngliche Aufteilung.

Es dient der Risikokontrolle, nicht der Renditesteigerung.

Rendite

Der Ertrag einer Anlage in Prozent des eingesetzten Kapitals pro Jahr.

Eine Renditeangabe ohne Zeitraum, Kosten und Inflationsbezug ist keine Information.

Replikation

Die Art, wie ein ETF seinen Index nachbildet: physisch durch Kauf oder synthetisch über einen Tauschvertrag.

Rezession

Eine Phase schrumpfender Wirtschaftsleistung.

Risikobereitschaft

Wie viel Schwankung du emotional aushältst.

Sie wird in guten Börsenphasen systematisch überschätzt.

Risikoprämie

Der Renditeaufschlag als Ausgleich für getragenes Risiko.

Nur nicht wegdiversifizierbares Risiko wird vergütet. Einzelwertrisiko ist unbezahltes Risiko.

Risikotragfähigkeit

Wie viel Verlust du dir finanziell leisten kannst, unabhängig vom Gefühl.

Es gilt immer der niedrigere Wert aus Tragfähigkeit und Bereitschaft.

Rollrendite

Der Gewinn oder Verlust, der beim Erneuern auslaufender Terminkontrakte entsteht.

RSI

Ein Indikator, der Aufwärts- und Abwärtsbewegungen ins Verhältnis setzt, skaliert von 0 bis 100.

In starken Trends verharrt er im Extrembereich und versagt dort als Umkehrsignal.

Rug Pull

Die Ersteller eines Krypto-Projekts ziehen das Kapital ab und verschwinden.

Anonyme Gründer, konzentrierte Bestände und weitreichende Verwaltungsrechte sind die Warnzeichen.

S

Sammelverwahrung

Die gemeinsame Verwahrung gleichartiger Wertpapiere bei einem Zentralverwahrer.

Du erwirbst Miteigentum am Sammelbestand, was in der Insolvenz ein Aussonderungsrecht begründet.

Schneeballsystem

Erträge früherer Anleger werden aus den Einzahlungen späterer bezahlt.

Der Zusammenbruch ist mathematisch zwingend, sobald der Zustrom stockt.

Seed Phrase

Zwölf oder vierundzwanzig Wörter, aus denen sich eine Wallet vollständig wiederherstellen lässt.

Nur auf Papier oder Metall. Jede Aufforderung, sie irgendwo einzugeben, ist ein Betrugsversuch.

Sekundärmarkt

Der Markt, auf dem bestehende Wertpapiere zwischen Anlegern gehandelt werden.

Short Squeeze

Steigende Kurse zwingen Leerverkäufer zu Deckungskäufen, die den Anstieg weiter verstärken.

Slippage

Die Abweichung zwischen erwartetem und tatsächlichem Ausführungspreis.

Smart Contract

Ein Programm, das auf einer Blockchain läuft und Regeln automatisch ausführt.

Fehler im Code sind eine eigenständige Verlustursache, unabhängig vom Marktrisiko.

Sondervermögen

Vermögen, das getrennt vom Vermögen der verwaltenden Gesellschaft geführt wird.

Es fällt bei deren Insolvenz nicht in die Insolvenzmasse.

Sparerpauschbetrag

In Deutschland der jährlich steuerfreie Betrag für Kapitalerträge, 1.000 Euro je Person.

Sparplan

Eine feste Summe, die regelmäßig automatisch angelegt wird.

Sein Wert liegt darin, dass er die Entscheidung über den Zeitpunkt abschafft.

Spekulationsfrist

Eine Haltedauer, nach der Gewinne steuerfrei sind.

Für Wertpapiere gibt es sie in Deutschland und Österreich nicht mehr.

Spread

Der Abstand zwischen Kauf- und Verkaufspreis. Eine Gebühr, die nicht als Gebühr ausgewiesen wird.

Stablecoin

Ein Kryptowert, dessen Preis an eine Währung gebunden sein soll.

Bei besicherten Varianten trägst du ein Kreditrisiko auf die hinterlegten Reserven.

Staking

Das Hinterlegen von Coins als Sicherheit für den Betrieb eines Netzwerks, gegen Belohnung.

Die Belohnung stammt überwiegend aus neu erzeugten Einheiten, also aus Verwässerung.

Standardabweichung

Das übliche Maß für die Schwankungsbreite von Renditen.

Stop-Loss

Eine im Voraus festgelegte Marke, bei deren Erreichen automatisch verkauft wird.

Er begrenzt den Verlust, garantiert aber keinen Preis. Bei Kurslücken kann deutlich tiefer ausgeführt werden.

T

Tagesgeld

Ein Konto mit täglich verfügbarem Guthaben und schwankendem Zins.

Der richtige Ort für den Notgroschen.

Technische Analyse

Die Beurteilung eines Werts allein anhand von Kurs- und Volumenverlauf.

Vieles daraus hält strenger Überprüfung nicht stand, weil sich die Regeln kaum eindeutig definieren lassen.

Teilfreistellung

In Deutschland der steuerfreie Anteil der Erträge von Fonds, bei Aktienfonds 30 Prozent.

Thesaurierend

Ein Fonds, der Erträge automatisch wieder anlegt, statt sie auszuschütten.

Theta

Bei Optionen der Zeitwertverlust je Tag.

Token

Eine auf einer bestehenden Blockchain ausgegebene digitale Einheit.

Tokenomics

Angebot, Verteilung und Freigabeplan eines Tokens.

Freigabepläne erzeugen planbaren Angebotsdruck, unabhängig von der Entwicklung des Projekts.

Tracking-Differenz

Die tatsächliche Abweichung der Fondsentwicklung vom Index über einen Zeitraum.

Aussagekräftiger als die reine Kostenquote, weil sie auch Erträge aus Wertpapierleihe und Steuereffekte erfasst.

Trefferquote

Der Anteil der Trades, die mit Gewinn enden.

Allein sagt sie nichts. Erst zusammen mit dem Chancen-Risiko-Verhältnis ergibt sich ein Bild.

Trend

Eine gerichtete Kursbewegung aus höheren Hochs und höheren Tiefs oder umgekehrt.

Dass ein Trend besteht, ist Vergangenheit. Dass er anhält, ist eine Behauptung über die Zukunft.

U

Unterstützung

Ein Kursbereich, in dem eine Abwärtsbewegung mehrfach gestoppt wurde.

V

Value-Prämie

Die historische Mehrrendite günstig bewerteter Aktien gegenüber teuer bewerteten.

Ob sie real und beständig ist, wird kontrovers diskutiert. Ein Teil davon lässt sich durch Profitabilität und Investitionsverhalten miterklären.

Verlustaversion

Verluste wiegen gefühlt etwa doppelt so schwer wie gleich große Gewinne.

Daraus folgt, dass Verlustpositionen zu lange gehalten und Gewinne zu früh mitgenommen werden.

Verlustverrechnung

Die Möglichkeit, realisierte Verluste mit Gewinnen zu verrechnen.

Die Regeln unterscheiden sich stark zwischen den Ländern, etwa beim Vortrag in Folgejahre.

Verrechnungssteuer

In der Schweiz ein Vorabzug von 35 Prozent auf Zinsen und Dividenden.

Sie ist rückforderbar, wenn die Erträge korrekt deklariert werden.

Verwässerung

Die Verringerung deines Anteils durch die Ausgabe neuer Anteile.

Volatilität

Ein Maß dafür, wie stark ein Preis schwankt.

Sie behandelt Auf- und Abwärtsbewegungen gleich und erfasst nicht die Gefahr dauerhafter Verluste.

Volumen

Die in einem Zeitraum gehandelte Stückzahl.

Eine große Bewegung bei geringem Volumen wurde von wenigen verursacht und ist weniger belastbar.

Vorabpauschale

In Deutschland eine jährliche Besteuerung eines fiktiven Mindestertrags thesaurierender Fonds.

Ohne Wertzuwachs fällt keine an. Beim Verkauf wird bereits Versteuertes abgezogen.

W

Wallet

Die Aufbewahrung für Kryptowerte, genauer: für die Schlüssel dazu.

Whale

Ein Marktteilnehmer mit so großen Beständen, dass seine Transaktionen den Preis bewegen.

Whitepaper

Das Dokument, in dem ein Krypto-Projekt beschreibt, was es tut und wie.

Wenn du danach nicht in einem Satz sagen kannst, was das Projekt tut, ist das die Antwort.

Widerstand

Ein Kursbereich, in dem eine Aufwärtsbewegung mehrfach gestoppt wurde.

WKN

Die sechsstellige deutsche Wertpapierkennnummer, älter und weniger eindeutig als die ISIN.

Währungsrisiko

Das Risiko aus Wechselkursschwankungen bei ausländischen Anlagen.

Die Notierungswährung eines ETF sagt nichts darüber aus. Entscheidend ist das Geschäft der enthaltenen Unternehmen.

Z

Zeitwert

Bei Optionen der Teil des Preises, der die Chance künftiger Bewegungen abbildet.

Er fällt bis zum Verfall auf null, und die Abnahme beschleunigt sich zum Ende hin.

Zentrale Kryptobörse

Eine Handelsplattform für Kryptowerte, die von einem Unternehmen betrieben wird.

Dort liegende Bestände sind oft nur eine Forderung gegen dieses Unternehmen, kein Besitz.

Zentralverwahrer

Die Institution, die Wertpapiere zentral verwahrt und Übertragungen abwickelt.

Zinseszins

Erträge, die selbst wieder Erträge erwirtschaften.

Zweiundsiebzig geteilt durch die Rendite ergibt grob die Jahre bis zur Verdopplung.

Zwangsverkauf

Ein Verkauf, zu dem man gezwungen ist, etwa durch Geldbedarf oder eine Nachschusspflicht.

Er verwandelt einen vorübergehenden Buchverlust in einen endgültigen.