Order-Arten
Eine Market-Order garantiert die Ausführung, nicht den Preis. Eine Limit-Order garantiert den Preis, nicht die Ausführung. Diese eine Unterscheidung erklärt fast alles.
Eine Market-Order sagt: kauf sofort, egal zu welchem Preis. Sie wird praktisch immer ausgeführt, aber du weißt vorher nicht genau, zu welchem Kurs.
Eine Limit-Order sagt: kauf höchstens zu diesem Preis. Du bestimmst die Obergrenze. Dafür kann es passieren, dass sie nie ausgeführt wird, weil der Kurs nie dorthin kommt.
Eine Stop-Order ist etwas anderes und wird oft verwechselt. Sie liegt unter dem aktuellen Kurs und wird erst aktiv, wenn dieser Preis erreicht wird. Dann wird sie zur Market-Order. Sie dient dem Aussteigen, nicht dem Einsteigen.
Die Faustregel für Anfänger: Bei wenig gehandelten Werten und in unruhigen Phasen immer mit Limit arbeiten. Eine Market-Order in einem dünnen Markt kann zu einem Preis ausgeführt werden, der deutlich schlechter ist als das, was du gerade gesehen hast.
Market-Orders nehmen Liquidität aus dem Orderbuch und werden gegen die besten verfügbaren Gegenorders abgearbeitet. Reicht das Volumen an der besten Preisstufe nicht aus, wird gegen schlechtere Stufen ausgeführt, wodurch der durchschnittliche Ausführungspreis vom angezeigten abweicht. Dieser Effekt wächst mit der Ordergröße im Verhältnis zur verfügbaren Tiefe.
Limit-Orders stellen Liquidität bereit und werden in das Orderbuch eingestellt. Der Nachteil ist das Ausführungsrisiko sowie die adverse Selektion: Eine Limit-Order wird bevorzugt dann ausgeführt, wenn sich der Markt gegen sie bewegt. Beide Ordertypen tauschen damit systematisch Preissicherheit gegen Ausführungssicherheit.
Bei Stop-Orders ist die Auslösung vom Ausführungspreis zu trennen. Nach Erreichen der Auslöseschwelle wird eine Market-Order erzeugt, deren Ausführung bei Kurslücken erheblich darunter liegen kann. Eine Stop-Limit-Order begrenzt diesen Effekt, kann aber in einem schnell fallenden Markt vollständig unausgeführt bleiben, was den Schutzzweck aufhebt. Die Wahl zwischen beiden ist damit eine Abwägung zwischen Ausführungssicherheit und Preissicherheit im ungünstigsten Fall.
Drei Sätze zum Mitnehmen
- Market garantiert Ausführung, Limit garantiert den Preis.
- Eine Stop-Order wird bei Auslösung zur Market-Order.
- In dünnen Märkten immer mit Limit arbeiten.
Hast du es verstanden?
Was garantiert eine Limit-Order und was nicht?
Sie garantiert den maximalen Preis, aber nicht, dass sie überhaupt ausgeführt wird.
Warum kann eine Market-Order schlechter ausgeführt werden als angezeigt?
Weil bei unzureichender Tiefe gegen schlechtere Preisstufen abgearbeitet wird.
Was ist der Nachteil einer Stop-Limit-Order?
In einem schnell fallenden Markt kann sie unausgeführt bleiben und schützt dann gar nicht.
Passt dazu
- Stop-Loss richtig setzenStufe 1
- Deine erste OrderStufe 1
- Orderbuch, Market Maker, HochfrequenzhandelStufe 4