Stop-Loss richtig setzen
Ein Stop-Loss begrenzt den Verlust, garantiert aber keinen Preis. Er gehört an eine Stelle, die deine These widerlegt, nicht dorthin, wo dein Wunschbetrag steht.
Der Stop-Loss ist die Marke, bei der du zugibst, dass du falsch lagst. Wird sie erreicht, wird verkauft, ohne dass du in dem Moment noch entscheiden musst. Genau darin liegt sein Wert.
Der häufigste Fehler ist, ihn zu eng zu setzen. Kurse schwanken auch ohne Grund. Ein Stop mitten im normalen Rauschen wird ausgelöst, obwohl nichts passiert ist, und danach läuft der Kurs oft in die erwartete Richtung.
Der zweitgrößte Fehler ist, ihn zu verschieben, wenn er erreicht wird. Damit hast du keinen Stop, sondern eine Hoffnung. Nach unten verschieben ist immer falsch. Nach oben nachziehen, wenn es gut läuft, ist dagegen sinnvoll.
Wichtig zu wissen: Ein Stop garantiert keinen Preis. Springt der Kurs über Nacht, wird zum nächsten verfügbaren Kurs verkauft, und der kann deutlich tiefer liegen. Der Stop begrenzt den üblichen Fall, nicht den Ausnahmefall.
Die Platzierung sollte aus der Marktstruktur folgen. Verbreitet ist eine Ableitung aus einem Volatilitätsmaß, etwa ein Vielfaches der durchschnittlichen wahren Handelsspanne, damit der Stop außerhalb der gewöhnlichen Schwankung liegt. Alternativ dient eine markante Kursstelle als Bezug, deren Unterschreiten die ursprüngliche These entkräftet.
Zwischen Stop-Abstand und Positionsgröße besteht ein festes Verhältnis. Wird der Stop weiter gesetzt, muss die Stückzahl proportional sinken, damit das Risiko konstant bleibt. Die häufige Vorgehensweise, zuerst die Stückzahl zu wählen und dann den Stop so eng zu setzen, dass der Verlust passt, kehrt diese Beziehung um und erzeugt systematisch vorzeitige Ausstoppungen.
Zu beachten ist die Sichtbarkeit gehäufter Stop-Marken. Auffällige Kursniveaus ziehen Stop-Orders an, deren Auslösung wiederum kurzfristige Bewegungen verstärkt. Eine Platzierung exakt auf runden Zahlen oder unmittelbar unter einem offensichtlichen Kursniveau erhöht daher die Wahrscheinlichkeit, in einer kurzen Übertreibung erfasst zu werden, ohne dass sich die zugrunde liegende Lage geändert hätte.
Drei Sätze zum Mitnehmen
- Der Stop gehört dorthin, wo deine These widerlegt ist.
- Weiterer Stop bedeutet zwingend kleinere Position.
- Ein Stop begrenzt den üblichen Fall, nicht die Kurslücke.
Hast du es verstanden?
Was passiert bei einer Kurslücke über Nacht?
Der Stop wird zum nächsten verfügbaren Kurs ausgeführt, der deutlich schlechter sein kann.
Was folgt aus einem weiteren Stop-Abstand?
Eine proportional kleinere Position, damit das Risiko gleich bleibt.
Warum sind runde Zahlen als Stop-Marke ungünstig?
Weil sich dort Stop-Orders häufen und kurze Übertreibungen sie miterfassen.
Passt dazu
- Order-ArtenStufe 1
- Positionsgröße berechnenStufe 2
- Spread, Slippage und LiquiditätStufe 1