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Zerotoinvest

Die Tulpenmanie 1637

Im Holland des 17. Jahrhunderts erreichten Preise für seltene Tulpenzwiebeln zeitweise absurde Höhen und brachen im Februar 1637 abrupt ein. Es ist die älteste gut dokumentierte Preisblase.

1 Min. Lesezeit Zuletzt geprüft: 2026-09-04

Tulpen waren im Holland des 17. Jahrhunderts neu, exotisch und ein Statussymbol. Besonders begehrt waren Zwiebeln mit gemusterten Blüten, deren Muster durch eine Viruserkrankung entstand und sich nicht zuverlässig vermehren ließ. Das machte sie knapp.

Der Handel verlagerte sich zunehmend auf Verträge über künftige Lieferungen im Frühjahr. Gehandelt wurde also nicht die Zwiebel, sondern das Versprechen darauf, und zwar mehrfach weiter, ohne dass jemals eine Zwiebel den Besitzer wechselte.

Im Februar 1637 fanden sich bei einer Auktion keine Käufer mehr. Innerhalb weniger Tage brachen die Preise ein, Verträge wurden nicht erfüllt, und es folgte ein jahrelanges Durcheinander vor Gerichten.

Der oft erzählte Ruin eines ganzen Landes gehört ins Reich der Legende. Neuere Forschung zeigt, dass der Handel auf einen begrenzten Kreis beschränkt blieb. Was bleibt, ist das Muster: ein knappes Gut, ein Handel mit Versprechen statt mit Ware, und ein Ende, das kam, als niemand mehr kaufen wollte.

Drei Sätze zum Mitnehmen

  • Gehandelt wurden Versprechen, keine Ware.
  • Ein neues Gut ohne Bewertungsmaßstab ist besonders blasenanfällig.
  • Der Zusammenbruch brauchte keinen äußeren Auslöser.

Hast du es verstanden?

Was wurde in der Spätphase tatsächlich gehandelt?

Terminverträge über künftige Lieferungen, überwiegend ohne Absicht der Erfüllung.

Warum war die Bewertung so schwierig?

Weil es ein neuartiges Gut ohne etablierten Bewertungsmaßstab war.

Was sagt die neuere Forschung zum Ausmaß?

Die realwirtschaftlichen Folgen waren deutlich geringer als in der populären Erzählung.

Quellen und Weiterlesen

  • Wirtschaftshistorische Untersuchungen zum niederländischen Zwiebelhandel des 17. Jahrhunderts.

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