Handelszeiten
Außerhalb der Kernhandelszeiten sind Spreads breiter und die Preisstellung schlechter. Kryptomärkte laufen rund um die Uhr, was eigene Probleme mit sich bringt.
Aktien und ETFs werden an Börsen zu festen Zeiten gehandelt. In dieser Kernzeit ist am meisten los, die Spreads sind am engsten und die Preise am verlässlichsten.
Außerhalb dieser Zeiten wird oft trotzdem gehandelt, aber mit weniger Beteiligten. Dann sind die Spreads breiter, und du zahlst für dieselbe Order mehr. Besonders ungünstig ist die erste Viertelstunde nach Handelsbeginn, in der die Preise noch unruhig sind.
Wenn dein ETF Werte aus einer anderen Zeitzone enthält, kommt hinzu, dass der Heimatmarkt geschlossen sein kann. Dann werden die Preise geschätzt, was die Abweichung erhöht.
Bei Krypto gibt es keine Handelszeiten. Das klingt praktisch und hat eine Kehrseite: Es gibt keine Pause, in der ein Markt zur Ruhe kommt, und die heftigsten Bewegungen passieren oft nachts, wenn wenig los ist und wenige Käufer bereitstehen.
Liquidität verteilt sich im Tagesverlauf ungleichmäßig. Typisch ist ein U-förmiges Muster mit erhöhtem Volumen zur Eröffnung und zum Schluss. Zur Eröffnung ist die Volatilität am höchsten, weil über Nacht eingegangene Informationen verarbeitet werden. Die Spreads sind in dieser Phase weiter, weshalb die Ausführung dort systematisch teurer ausfällt.
Für Fonds mit Basiswerten in anderen Zeitzonen entsteht bei geschlossenem Heimatmarkt ein Bewertungsproblem. Market Maker leiten den fairen Wert dann aus korrelierten, aktuell handelbaren Instrumenten ab. Die resultierende Preisstellung ist mit größerer Unsicherheit behaftet, was sich in weiteren Spreads und größeren Abweichungen zum inneren Wert niederschlägt.
Bei durchgehend gehandelten Märkten fehlt der Auktionsmechanismus zur Eröffnung, der bei Börsen Liquidität bündelt und Preise nach Nachrichtenpausen neu findet. Ohne diesen Mechanismus vollzieht sich die Anpassung an neue Informationen in dünnen Phasen über den fortlaufenden Handel, was sprunghafte Bewegungen begünstigt und die Auslösung gehäufter Liquidationen wahrscheinlicher macht.
Drei Sätze zum Mitnehmen
- In der Kernhandelszeit sind Spreads am engsten.
- Die erste Viertelstunde nach Handelsbeginn ist besonders teuer.
- Krypto ohne Handelspause bedeutet heftige Bewegungen in dünnen Nachtstunden.
Hast du es verstanden?
Warum ist die Eröffnungsphase ungünstig für eine Order?
Weil Volatilität und Spreads dort am höchsten sind, während Über-Nacht-Informationen verarbeitet werden.
Was passiert, wenn der Heimatmarkt der enthaltenen Werte geschlossen ist?
Der faire Wert wird aus korrelierten Instrumenten abgeleitet, was Spreads und Abweichungen erhöht.
Welchen Nachteil hat durchgehender Handel?
Es fehlt die Eröffnungsauktion, die Liquidität bündelt. Anpassungen erfolgen in dünnen Phasen und werden sprunghaft.
Passt dazu
- Spread, Slippage und LiquiditätStufe 1
- Order-ArtenStufe 1
- Krypto-Börse und BrokerStufe 1