Broker vergleichen
Die beworbene Ordergebühr ist der kleinste Teil der Kosten. Entscheidend sind Spread, Ausführungsplätze, Fremdwährungsgebühren und ob Sparpläne kostenlos sind.
Null Euro pro Order klingt unschlagbar. Nur verdient jeder Anbieter Geld, und wenn nicht an der Ordergebühr, dann woanders. Meist am Spread oder an Vergütungen des Handelsplatzes.
Was du wirklich vergleichen solltest: Kostet ein Sparplan etwas? Welche Handelsplätze stehen zur Wahl? Was kostet ein Kauf in Fremdwährung? Gibt es Depotführungsgebühren? Und was kostet ein Depotübertrag, falls du später wechseln willst?
Der letzte Punkt wird fast immer vergessen und ist wichtig. Ein Anbieter, bei dem der Wechsel teuer oder umständlich ist, bindet dich, und Bindung ist an dieser Stelle nichts Gutes.
Für die meisten Menschen zählt am Ende nur: kostenlose Sparpläne auf breite ETFs, keine Depotgebühr, ein seriöser Anbieter. Alles darüber hinaus ist Feinabstimmung, die weniger bringt als eine höhere Sparrate.
Die tatsächlichen Handelskosten setzen sich aus expliziten und impliziten Bestandteilen zusammen. Explizit sind Order- und Fremdkostenpauschalen, implizit sind Spread und Marktauswirkung. Bei kleinen Ordergrößen dominiert häufig der implizite Anteil, weshalb ein Vergleich allein anhand der Ordergebühr systematisch in die Irre führt.
Bei Modellen, in denen der Ausführungsplatz den Broker vergütet, entsteht ein Interessenkonflikt hinsichtlich der Wahl des Ausführungsorts. Die aufsichtsrechtliche Pflicht zur bestmöglichen Ausführung verlangt eine Ausführungspolitik, die veröffentlicht sein muss. Praktisch prüfbar wird die Qualität durch einen Vergleich der erhaltenen Ausführungspreise mit dem Referenzkurs eines liquiden Handelsplatzes zur selben Zeit.
Für langfristige Anleger sind wiederkehrende Kosten bedeutsamer als transaktionsbezogene. Depotführungsentgelte und Fremdwährungsaufschläge wirken auf den gesamten Bestand beziehungsweise auf jede Ausschüttung. Da sie prozentual auf ein wachsendes Vermögen wirken, gilt für sie derselbe exponentielle Mechanismus wie für Fondskosten.
Drei Sätze zum Mitnehmen
- Bei kleinen Orders ist der Spread meist teurer als die Ordergebühr.
- Prüfe, was ein Depotübertrag zu einem anderen Anbieter kostet.
- Laufende Kosten wirken auf den ganzen Bestand, einmalige nur auf die Order.
Hast du es verstanden?
Warum ist eine Ordergebühr von null nicht automatisch günstig?
Weil die Kosten dann meist im Spread oder in Vergütungen des Handelsplatzes stecken.
Welche Kostenart wiegt für Langfristanleger am schwersten?
Wiederkehrende Kosten wie Depotgebühren, weil sie auf den gesamten wachsenden Bestand wirken.
Warum ist der Preis eines Depotübertrags relevant?
Weil er darüber entscheidet, wie frei du später wechseln kannst.
Passt dazu
- Alle Gebühren, die dich Rendite kostenStufe 1
- Die Handelsoberfläche verstehenStufe 1
- WährungsrisikoStufe 1