Positionsgröße berechnen
Die Positionsgröße ergibt sich aus dem erlaubten Verlust geteilt durch den Abstand zum Stop-Loss. Sie wird berechnet, nicht gefühlt.
Die meisten machen es falsch herum: Sie überlegen, wie viel Geld sie einsetzen wollen, und setzen dann irgendwo einen Stop-Loss. Richtig ist die umgekehrte Reihenfolge.
Erst legst du fest, wie viel Euro ein Fehlschlag kosten darf. Dann legst du fest, wo dein Ausstieg liegt. Aus beidem ergibt sich die Stückzahl, und zwar zwingend.
Die Rechnung: Erlaubter Verlust geteilt durch Abstand je Stück. Bei 50 Euro erlaubtem Verlust und drei Euro Abstand zwischen Einstieg und Stop sind das rund 16 Stück. Nicht 20, nicht 100, sondern 16.
Der wichtige Nebeneffekt: Ein enger Stop erlaubt eine größere Position, ein weiter Stop erzwingt eine kleinere. Dein Risiko bleibt in beiden Fällen gleich. Genau das ist der Sinn der Rechnung.
Die Grundformel lautet Stückzahl = (Konto · Risikoanteil) / |Einstieg − Stop|. Bei Instrumenten mit Kontraktgröße oder Punktwert tritt dieser als weiterer Divisor hinzu. Zu berücksichtigen sind zusätzlich Gebühren und der erwartete Slippage-Aufschlag, da der realisierte Verlust regelmäßig über dem rechnerischen liegt.
Der Stop-Abstand sollte aus der Struktur des Marktes abgeleitet werden, nicht aus dem gewünschten Risiko. Ein üblicher Ansatz nutzt ein Volatilitätsmaß wie die durchschnittliche wahre Handelsspanne, um den Stop außerhalb des normalen Rauschens zu platzieren. Wird der Stop stattdessen so eng gesetzt, dass die gewünschte Positionsgröße herauskommt, wird die Position mit hoher Wahrscheinlichkeit durch gewöhnliche Schwankung ausgelöst.
Bei gehebelten Instrumenten entkoppelt sich die Positionsgröße vom eingesetzten Kapital. Das erzeugt den häufigsten Konstruktionsfehler: Die Rechnung wird korrekt auf den Einsatz angewandt, während die tatsächliche Verlustexposition am Nominalwert hängt. Maßgeblich ist stets der Nominalwert der bewegten Position, nicht die hinterlegte Sicherheit.
Drei Sätze zum Mitnehmen
- Erst das Risiko festlegen, dann den Stop, daraus folgt die Stückzahl.
- Der Stop gehört an eine sinnvolle Marktstelle, nicht dorthin, wo die Rechnung passt.
- Bei Hebelprodukten zählt der Nominalwert, nicht der Einsatz.
Hast du es verstanden?
Wie lautet die Grundformel für die Stückzahl?
Erlaubter Verlust in Euro geteilt durch den Abstand zwischen Einstieg und Stop je Stück.
Was passiert, wenn du den Stop eng setzt, damit die Position größer wird?
Die Position wird mit hoher Wahrscheinlichkeit durch normale Schwankung ausgestoppt.
Woran bemisst sich das Risiko bei Hebelprodukten?
Am Nominalwert der bewegten Position, nicht an der hinterlegten Sicherheit.
Passt dazu
- Die Ein-Prozent-RegelStufe 2
- Stop-Loss richtig setzenStufe 1
- Chancen-Risiko-VerhältnisStufe 2