Tagesgeld und Festgeld
Tagesgeld ist täglich verfügbar bei schwankendem Zins. Festgeld bindet dein Geld für eine feste Laufzeit zu einem festen Zins. Beide sind Aufbewahrung, keine Vermögensbildung.
Tagesgeld ist das Konto für den Notgroschen. Du kommst jederzeit an das Geld, der Zins kann sich aber jederzeit ändern. Lockangebote für Neukunden fallen nach ein paar Monaten oft deutlich.
Festgeld zahlt meist etwas mehr, dafür kommst du bis zum Ende der Laufzeit nicht heran. Das eignet sich für Geld mit bekanntem Termin, etwa eine geplante Anschaffung in zwei Jahren.
Beide sind in der EU über die gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 Euro je Kunde und Bank geschützt. Wer mehr hat, verteilt auf mehrere Institute.
Wichtig zur Einordnung: Nach Abzug der Inflation bleibt bei beiden meist wenig oder nichts übrig. Sie sind dafür da, Geld sicher zu parken, nicht dafür, Vermögen aufzubauen. Wer das verwechselt, wundert sich nach zwanzig Jahren.
Die gesetzliche Einlagensicherung in der EU beträgt 100.000 Euro je Einleger und Institut. Zu beachten ist, dass mehrere Marken zum selben Institut gehören können, wodurch sich der Schutz nicht vervielfacht. Bei Angeboten ausländischer Banken über Vermittlungsplattformen richtet sich der Schutz nach dem Sitzland und dessen Sicherungssystem, dessen Leistungsfähigkeit von der Finanzkraft des jeweiligen Staates abhängt.
Ökonomisch enthält die Renditedifferenz zwischen Tages- und Festgeld eine Liquiditätsprämie: Die Bank vergütet die Planbarkeit der Mittelbindung. Bei einer inversen Zinsstruktur, wenn kurze Laufzeiten höher verzinst werden als lange, kann diese Prämie verschwinden oder sich umkehren, was Festgeld über lange Laufzeiten unattraktiv macht.
Für die Beurteilung ist die reale Nachsteuerrendite maßgeblich. Bei nominal 3 Prozent Zins, rund 26 Prozent Abgeltungsteuer und 3 Prozent Inflation ergibt sich eine reale Nachsteuerrendite von etwa −0,8 Prozent. Dieser Wert ist keine Ausnahme, sondern typisch: Über lange Zeiträume liegen Zinsen auf Bankeinlagen nach Steuern und Inflation häufig um oder unter null.
| Tagesgeld | Festgeld | |
|---|---|---|
| Verfügbarkeit | täglich | erst am Laufzeitende |
| Zins | schwankt jederzeit | fest für die Laufzeit |
| Höhe | meist etwas niedriger | meist etwas höher |
| Wofür geeignet | Notgroschen | Ziel mit festem Termin |
| Schutz | Einlagensicherung bis 100.000 € | Einlagensicherung bis 100.000 € |
| Nach Steuern und Inflation | häufig um oder unter null | häufig um oder unter null |
Drei Sätze zum Mitnehmen
- Tagesgeld für den Notgroschen, Festgeld für Ziele mit festem Termin.
- Einlagensicherung gilt je Kunde und Institut, nicht je Marke.
- Nach Steuern und Inflation bleibt typischerweise wenig bis nichts.
Hast du es verstanden?
Wofür eignet sich Festgeld, wofür nicht?
Für Geld mit bekanntem Termin. Nicht für den Notgroschen, weil du nicht herankommst.
Worauf muss man bei der Einlagensicherung achten?
Dass mehrere Marken zum selben Institut gehören können und der Schutz sich dadurch nicht vervielfacht.
Was bleibt real nach Steuern typischerweise übrig?
Häufig um oder unter null. Zinskonten erhalten Kaufkraft meist nicht.
Passt dazu
- Sachwerte und SammlerstückeStufe 0
- Bevor du einen Euro anlegstStufe −1
- Der NotgroschenStufe −1