Stufe −1
24 Fragen
Warum ist das Tilgen eines Dispokredits oft besser als eine Anlage?
Weil die gesparten Zinsen eine sichere und steuerfreie Rendite sind, während eine Anlage nur eine unsichere Rendite in Aussicht stellt.
Wofür ist der Notgroschen technisch gesehen da?
Damit du bei unerwarteten Ausgaben nicht gezwungen bist, deine Anlagen zu einem schlechten Zeitpunkt zu verkaufen.
Was beeinflusst dein Ergebnis über viele Jahre stärker: die Sparrate oder die Wertpapierauswahl?
In aller Regel die Sparrate.
Bemisst sich der Notgroschen an deinem Einkommen oder an deinen Ausgaben?
An den Ausgaben. Entscheidend ist, wie lange du ohne neue Einnahmen leben kannst.
Warum eignet sich ein breiter Aktien-ETF nicht als Notgroschen?
Weil er zwar verkäuflich ist, sein Wert im Bedarfsmoment aber unbekannt sein kann. Der Bedarf fällt oft mit schlechten Marktphasen zusammen.
Was kostet dich der Notgroschen?
Die entgangene Rendite. Das ist die Prämie dafür, dass du nie zum falschen Zeitpunkt verkaufen musst.
Warum ist die Rendite einer Tilgung mit einer Anlagerendite nicht direkt vergleichbar?
Weil sie sicher und steuerfrei ist, während eine Anlagerendite unsicher und steuerpflichtig ist.
Welche Bruttorendite bräuchte eine Anlage, um einen Kredit zu 8 Prozent zu schlagen?
Bei rund 26 Prozent Steuer auf Kapitalerträge etwa 10,8 Prozent, und das dann auch noch sicher.
Höchster Zins zuerst oder kleinste Schuld zuerst?
Höchster Zins ist rechnerisch günstiger, kleinste Schuld wird häufiger durchgehalten. Der Unterschied im Ergebnis ist meist gering.
Welche Größe im Sparplan kannst du sicher beeinflussen?
Die Sparrate. Die Rendite kannst du nur schätzen, nicht bestimmen.
Warum verrechnen sich viele bei ihren Ausgaben?
Weil jährliche Posten wie Versicherungen, Urlaub und Reparaturen im monatlichen Denken fehlen.
Warum wirkt ein Dauerauftrag direkt nach dem Gehaltseingang?
Weil ausgegeben wird, was verfügbar ist. Was zuerst weggeht, steht gar nicht erst zur Verfügung.
Warum ist eine Versicherung rational, obwohl sie im Schnitt Geld kostet?
Weil sie einen Zustand verhindert, aus dem es keine Erholung gibt. Bei existenziellen Risiken zählt die Ruinvermeidung mehr als der Erwartungswert.
Welche Schäden sollte man nicht versichern?
Solche, die man aus dem Notgroschen bezahlen kann.
Was spricht gegen Produkte, die Versicherung und Anlage kombinieren?
Beide Teile werden dadurch unvergleichbar, schwer zu wechseln und intransparent in den Kosten.
Warum sinkt die Verlustwahrscheinlichkeit mit längerer Haltedauer?
Weil die erwartete Rendite linear mit der Zeit wächst, die Schwankung aber nur mit der Wurzel der Zeit.
Heißt das, Aktien werden nach zehn Jahren sicher?
Nein. Es gab historisch Jahrzehnte mit negativem realem Ergebnis. Der lange Horizont senkt nur den Zwang, im Tief zu verkaufen.
Woraus ergibt sich deine Aktienquote?
Aus der Summe deiner Ziele mit langem Zeithorizont, nicht aus einer allgemeinen Empfehlung.
Was ist der Unterschied zwischen Risikotragfähigkeit und Risikobereitschaft?
Tragfähigkeit ist objektiv und hängt an Einkommen, Vermögen und Zeit. Bereitschaft ist die emotionale Belastbarkeit. Es gilt der niedrigere Wert.
Warum ist ein Risikotest in guten Börsenzeiten unzuverlässig?
Weil die geäußerte Toleranz stark von der jüngsten Marktentwicklung beeinflusst wird.
Welche Größenordnung an Rückgang sollte man bei breiten Aktienmärkten einplanen?
Historisch traten mehrfach Rückgänge von etwa 40 bis 55 Prozent auf, mit Erholungsphasen über mehrere Jahre.
Was kostet ein Jahr Wartezeit ungefähr, und was kann es einbringen?
Es kostet die erwartete Rendite eines Jahres. Bei paralleler Tilgung teurer Schulden bringt es eine sichere Ersparnis, die meist höher liegt.
Warum ist ein früher Ausstieg so schädlich?
Ein realisierter Verlust zu Beginn erhöht die Wahrscheinlichkeit, dauerhaft auszusteigen und nie wieder einzusteigen.
Warum ist Anlegen auf Kredit besonders gefährlich?
Weil die Rückzahlungspflicht an einen Marktwert gekoppelt wird, den du nicht steuerst. Das erzeugt Zwangsverkäufe.